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Mein Déjà-vu – schon wieder dieser Maslow

„Ich bin doch für den Arbeitsmarkt versaut!“. Respekt vor diesem Satz. Eine IT-Beraterin, Anfang 30, schleuderte diesen Satz am letzten Samstag bei einer Veranstaltung zur Zukunft der Arbeitswelt in den Raum.

Sie arbeitet mit einem höchsten Anspruch an Selbstbestimmtheit und könne sich nicht vorstellen, sich von einem Vorgesetzten in dieser Selbstbestimmtheit einschränken zu lassen. Glücklicherweise hat sie ein der eher wenigen Unternehmen gefunden, in dem ihre Ansprüche erfüllt werden.

Das Phänomen ist nicht neu. Wenn ich heute über diese Themen referiere kommen mir Erinnerungen daran, dass ich das ja auch schon vor 25 Jahren gemacht habe. Mein Déjà-vu heißt Abraham Maslow beziehungsweise die Maslowsche Bedürfnispyramide.

Über viele Jahre war mir das offensichtlich nicht mehr so präsent. Ich habe viele andere Modelle kennen gelernt und die Begriffe haben sich etwas verändert. Während ich heute von persönlichem Wachstum. Sinnstiftung und Potentialentwicklung spreche, habe ich das Modell von Maslow mit dem Begriff Selbstverwirklichung in Erinnerung gehabt.

Wenn ich heute noch mal drauf schaue ist es eigentlich genau das Gleiche.


Maslow stellte fest, dass manche Bedürfnisse Priorität vor anderen haben. Er ordnete Bedürfnisse zunächst nach 5 größeren Kategorien, beginnend mit den grundlegendsten physiologischen bis hin zu den kognitiv und emotional hoch entwickelten humanen Bedürfnissen.Die Nichtbefriedigung bestimmter Bedürfnisse – der Defizitbedürfnisse – könne physische oder psychische Störungen zur Folge haben (z. B. Sicherheit – Angst, sozialer Kontakt – emotionale Störungen).

Wo stehen die Menschen in Deutschland? Wo stehen unsere Mitarbeiter? Wir wollen einen Dialog auf Augenhöhe, eine Wertschätzungsgesellschaft und bemängeln die hohe Anzahl psychischer Erkrankungen. Zugegeben – wir jammern auf einem verdammt hohen Niveau, zumindest mit dem Blick auf andere Länder.

Und nun? Den Menschen die Flausen (Wunsch nach Selbstbestimmtheit) aus dem Kopf treiben, damit sie wieder funktionieren? Ihnen Standards entziehen, mit Entzug von Sicherheit und Grundversorgung drohen?

Wir haben es in der Hand. Wir können es als Chance sehen, dass wir mit einem hohen Bewusstsein agieren können. Grundeinkommen statt Harz 4, Selbstbestimmte Arbeit statt Rollouts standardisierter Prozesse, Wertschätzende Zusammenarbeit statt Ellenbogenkarrieren.

Ich bin überzeugt, dass dabei die Leistungsfähigkeit steigt und sich die wirtschaftlichen Ergebnisse für die Unternehmen nachhaltig verbessern würden. Und das müssen die Ziele von Unternehmern, Managern und Führungskräften sein.

Führung wird zukünftig viel weniger mit Macht zu tun haben. Ulf Brandes hat in einem Vortrag gegenüber gestellt, welche Führungsprinzipien sich gegenüber stehen, wenn es um die Erwartungshaltungen der nachfolgenden Generationen geht

Weniger kontrollieren – mehr Entfaltung ermöglichen

Weniger Inhaltliche Vorgaben – mehr dienende Führung

Nicht alles vorausplanen – mehr schrittweise entdecken

weniger steuern – mehr Eigenverantwortlichkeit zulassen

weniger bevormunden – mehr Wertschätzung zeigen

Weniger Unterordnung fordern – mehr Teilhabe ermöglichen

Weniger Dienst nach Vorschrift verlangen – mehr über sich hinauswachsen lassen

 

Zur Fachkräftesicherung im demografischen Wandel werden sich Unternehmen mit ihrer attraktivsten Seite zeigen müssen. Einmal dürfen Sie raten, mit welchem Führungsstil Unternehmen dann punkten werden. Sonst schreit irgendwann nochmal ein Unternehmer „Mein Unternehmen ist für den Arbeitsmarkt versaut!“

Ich freue mich auf die Veranstaltungen zur Zukunft der Arbeit, in denen ich auch auf diese Themen eingehen werde.

Nutzt auch den Newsletter des MID. Unter den neuen Abonnenten im Februar 2015 werde ich das Buch von Ulf Brandes mit dem Titel „Management Y“ verlosen.

Fragen? Gerne, rufen Sie mich an!

Rainer Weichbrodt

rainer(at)weichbrodt.de / 0176 32 82 29 00

 

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