Weiterbildung zahlt sich aus!
Berufliche Weiterbildung bietet heute echte Aufstiegschancen – bis hin zu Abschlüssen auf Bachelor- und Master-Niveau im Deutschen Qualifikationsrahmen.
Der große Vorteil: Sie starten nicht bei null. Eine abgeschlossene Berufsausbildung und einschlägige Berufserfahrung bilden bereits eine wichtige Kompetenzbasis. Darauf bauen Weiterbildungen zum Bachelor Professional und anschließend zum Master Professional auf.
Der Deutsche Qualifizierungsrahmen (DQR)
Der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR) ist ein Übersetzungsinstrument, mit dessen Hilfe alle Qualifikationen des deutschen Bildungssystems den acht Niveaus des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) zugeordnet werden können. Dadurch wird die Vergleichbarkeit von Bildungsabschlüssen in Europa gefördert und die Mobilität von Lernenden sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern unterstützt.
Der Stufenplan gilt sowohl für akademische Studien auf Hochschulen wie für berufliche Aus- und Weiterbildungen mit Abschlüssen wie z.B. bei der IHK.

DQR-Stufe 6 (Bacherlor)
beschreibt Kompetenzen die zur Planung, Bearbeitung und Auswertung von umfassenden fachlichen Aufgaben- und Problemstellungen sowie zur eigenverantwortlichen Steuerung von Prozessen in Teilbereichen eines wissenschaftlichen Faches oder in einem beruflichen Tätigkeitsfeld benötigt werden. Die Anforderungsstruktur ist durch Komplexität und häufige Veränderungen gekennzeichnet.
Beispiele: Industriemeister, Bilanzbuchhalter, Fachwirte und Fachkaufleute
DQR-Stufe 7 (Master)
beschreibt Kompetenzen, die zur Bearbeitung von neuen komplexen Aufgaben- und Problemstellungen sowie zur eigenverantwortlichen Steuerung von Prozessen in einem wissenschaftlichen Fach oder in einem strategieorientierten beruflichen Tätigkeitsfeld benötigt werden. Die Anforderungsstruktur ist durch häufige und unvorhersehbare Veränderungen gekennzeichnet.
Beispiele: Betriebswirte, Technische Betriebswirte

Die drei Säulen der IHK-Abschlüsse
ECTS und Lernaufwand
Credit Points sind Leistungspunkte, mit denen der Arbeitsaufwand eines Studiums quantifiziert wird. Im europäischen Hochschulraum wird dafür überwiegend das ECTS – European Credit Transfer and Accumulation System verwendet. 60 ECTS entsprechen einem Studienjahr in Vollzeit. Ein Bachelor umfasst typischerweise 180 bis 210 ECTS, ein Master die zusätzlichen 90 bis 120 ECTS.
Damit sind berufliche und akademische Masterabschlüsse (300 ECTS) gleichzusetzen.
Wichtig für die IHK Weiterbildungen auf Bachelor und Masterebene sind jeweils nur in ca. 60- 70 ECTS anzurechnen, also nur 120 bis 140 ECTS. Die Fehlenden ECTS erhalten die Studierende durch Anerkennung von Berufsausbildung und Berufspraxis

Arbeitsumfang / workload
ECTS sind die Maßeinheit, Workload ist der tatsächliche bzw. angesetzte Arbeitsaufwand.
Im europäischen Hochschulsystem gilt typischerweise:
- 1 ECTS = ca. 25 bis 30 Stunden Workload
- 30 ECTS = ein Semester
- 60 ECTS = ein Studienjahr in Vollzeit
Zum Workload zählt nicht nur die reine Unterrichtszeit, sondern der gesamte Lernaufwand: Präsenzveranstaltungen, Online-Lehre, Selbststudium, Vor- und Nachbereitung, Übungen, Gruppenarbeiten, Prüfungsvorbereitung, Prüfungen sowie Projekt- und Abschlussarbeiten.
Eine Bachelor oder Masterweiterbildung verlangen je nach Vorkenntnissen einen Arbeitsaufwand von 1500 bis 2100 Stunden.
Wichtig: einige Bildungsträger bieten die Weiterbildung in 3-6 Monaten in Vollzeit an, manche machen dies nebenberuflich in 1-2 Jahren. "Prüfen Sie die Plausibilität und den anfallenden Selbststudienanteil!", um sich über die tatsächliche zeitliche Beanspruchung im klaren zu sein.
ECTS und beruflicher Bildungsweg
Die beruflichen Weiterbildungen bauen in der Regel auf einer abgeschlossenen Berufsausbildung und/oder einschlägiger Berufserfahrung auf. Dadurch bringen die Teilnehmenden bereits umfangreiche berufliche Kompetenzen und einen erheblichen vorherigen Lern- und Erfahrungsumfang mit.
Versucht man diesen Bildungsweg zur Veranschaulichung mit dem hochschulischen ECTS-System zu vergleichen, könnte man für Ausbildung, Berufspraxis und bereits erworbene berufliche Kompetenzen rechnerisch einen erheblichen Anteil des Gesamtlernaufwands ansetzen. Eine pauschale oder offizielle Bewertung mit beispielsweise 160 ECTS gibt es jedoch nicht.
Darauf aufbauend führt eine Weiterbildung auf DQR-Niveau 6 zum Bachelor-Professional-Niveau. Für eine vereinfachte Modellrechnung könnte hierfür beispielsweise ein zusätzlicher Lernumfang in der Größenordnung von etwa 60 bis 70 ECTS angesetzt werden.
Eine darauf aufbauende Weiterbildung auf DQR-Niveau 7 führt zum Master-Professional-Niveau. Auch hierfür kann zur Veranschaulichung ein weiterer Lernumfang angenommen werden.
Solche ECTS-Werte sind jedoch ausschließlich Modellrechnungen. Sie erklären den unterschiedlichen Aufbau beruflicher und akademischer Bildungswege, stellen aber keine offizielle ECTS-Zuordnung oder automatische Hochschulanrechnung dar.

